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- New Releases

Ulita Knaus
Sea Journey

Triband
No Sleep

Barbara Jungfer
Berlin Spirits
 
 
 
 
 
 

News


Ulita Kaus, Sea Journey

Reisen bildet. Es bildet aber auch um, also verändert, weil es, laut Alain de Botton in „Die Kunst des Reisens“, die Zeit markiert, „in der Leute ihre Gemütsverfassung ändern, weil sich ihre Umgebung ändert". Das trifft in vielfacher Hinsicht auch auf das neue Album der Sängerin und Komponistin Ulita Knaus zu. „Sea Journey“, zumindest teilweise unterwegs geschrieben und ganz in einer urlaubsartigen Woche im fattoria-musica Studio in Osnabrück aufgenommen, nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise.

Oder auf einen Trip. Vielleicht aber auch auf eine erholsame Exkursion. Entspannt gemacht und spannend zu erleben, so gekonnt geplant, dass sich eben deshalb ein mitreißender Hörfluss ergibt, ist „Sea Journey“ viel mehr als nur das dritte, noch bessere Album einer überaus talentierten und versierten Jazzsängerin und Songschreiberin.

Cover: Cécile Verny, European Songbook

Amazon

 

Es bündelt die Summe der Erfahrungen der 36-jährigen Wahlhamburgerin, ihre frühe Liebe zu Latin ebenso wie ihre große Leidenschaft für den Jazz, die Cluberfahrungen mit ihrer eigenen Band genauso wie die Showgigs mit ihrem Soul Ladies Trio und die Arbeit mit dem JazzHausOrchester Hamburg.

Die Reise geht von überzeugenden Arrangements von Chick Coreas „Sea Journey“, Lenny Kravitz „LetLove Rule“ oder Gerry Raffertys „Baker Street“ zu Eigenkompositionen wie dem beswingenden „Four On The Floor“, dem
bezaubernden „Autumn Storms“ oder dem besinnlichen „Through Patience“. Dazu kommen nicht weniger inspirierte Interpretationen ausgesuchter Standards, etwa Jule Stynes „I Fall In Love Too Easily“, Al Jarreaus „Fly“ und auch „Good Morning Heartache“.

Ulita Knaus und ihre Band, diesmal mit Gästen wie der Gitarristin Sandra Hempel, dem Perkussionisten Marcio Doctor und vier fantastischen Hörnern, sind an „Sea Journey“ gewachsen. Die verändernde Reise der letzten Jahre, die überwältigenden
Reaktionen auf „So Lost Like Peace“ und die zahlreichen Auftritte, haben der Musik hörbar gut getan. Noch wirksamer haben Ulita Knaus und Mischa Schumann, Pianist und Arrangeur, Gerold Donker, Bass, und Heinz Lichius, drums, ihren eigenen Sound
kultiviert. Die eigene Stimme, die die Leaderin schon auf den beiden Vorgängeralben eindrucksvoll unter Beweis stellte, kommt hier noch souveräner zur Geltung. Zum Wohl der Musik und zum Genuss für alle, die „Sea Journey“ erfahren.

„Es geht bei diesem Album tatsächlich meistens ums Reisen oder zumindest um eine bewegte Suche“, meint Ulita Knaus. „Vielleicht manchmal eher unbewusst, aber trotzdem ganz deutlich. Ebenso deutlich hat dieses Album eine gewisse Leichtigkeit
und eine positive Grundhaltung. Das letzte Album war ja eher düster.“ Sie legt den Kopf schief, und sagt etwas zögerlich, so als würde sie die Worte noch ausprobieren: „Und am Ende wird alles gut.“ Tatsächlich war der Weg zu diesem „leichteren“ Album, das es trotz all seiner subtilen Songkonstruktionen und der nicht immer nur fröhlichen Texte sicherlich ist, nicht ganz so leicht. Nicht nur, weil der Erfolg des vorhergehenden Albums auch neue Arbeit und Aufmerksamkeit mit sich brachte. Und obwohl auch weitere Musikprojekte beanspruchend sind, waren auch sie nicht der alleinige Grund, warum die Anfänge von „Sea Journey“ eher beschwerlich waren. „Da war dieser Druck, dass ich jetzt neue Stücke für mein Album schreiben muss. Und auf einmal ging nichts mehr“, erinnert sich Ulita Knaus. „Ich habe unheimlich viele Stücke verworfen, einfach mittendrin
abgebrochen und weggeschmissen. Weil ich einfach nichts mehr gefühlt habe. Irgendwann habe ich mich selbst von der Idee gelöst, dass ich nur eigene Stücke machen darf. Als ich dann auf „Sea Journey“ und „Let Love Rule“ kam, die ich ja schon
lange kannte und mochte, habe ich mich auf einmal so wohl gefühlt, war so entspannt, dass dann auch wieder eigene Stücke kamen.“ Nicht zuletzt war es auch ihre Band, die ihr den Rücken gestärkt hat. Allen voran ihr kongenial zuarbeitender Pianist
und Arrangeur Mischa Schumann. „Mischa war total cool“, sagt sie. „Wann immer ich meinte: „Kannst Du Dir das vorstellen?“, etwa ein sehr langsames „Baker Street“ oder „Let Love Rule“ als Hippie-Jazz-Hymne, meinte er: „Klar, kriegen wir hin.“ Eine
Woche später hatte ich eine Nachricht von ihm auf dem Anrufbeantworter, nur ein kurzes „Hör mal“ und ein paar Pianoakkorde. Mischa fand einfach immer genau die richtigen Arrangements.“ Nicht nur für die findigen Versionen und die fabelhaften
Arrangements der Popklassiker „Baker Street“, von Ulita eher zufällig im Radio wieder entdeckt, oder des programmatischen „Let Love Rule“ ihres liebsten Rockstars Lenny Kravitz. Auch und besonders bei den immerhin sechs Originals, also - von wegen
Schreibblockade! - fast der Hälfte des Albums, wird Schumanns Handschrift deutlich. Alle originalen Texte und, bis auf die der drei Kollaborationen mit dem Pianisten, auch alle neuen Melodien stammen natürlich von Ulita Knaus. „Ich hatte mir vorgenommen, diesmal nichts zu Persönliches zu schreiben“, erzählt sie. „Das letzte Album war ja schon eine sehr individuelle und teilweise eben auch sehr düstere Angelegenheit. Die neuen Songs sind deshalb natürlich nicht immer nur voll Glück und Zufriedenheit. „Down Here“ und „To Sit Alone“ sind sicherlich nachdenklich, „Autumn Storms“, das ich direkt nach der Tsunami-Katastrophe geschrieben habe, ist vielleicht sogar resigniert. Aber obwohl auch diesmal alle Songs von eigenen Geschichten inspiriert sind, repräsentieren sie nicht unbedingt nur meine eigenen Gefühle und Erlebnisse.“ Komplett autobiographisch sind
allerdings das ansteckend swingende „Four On The Floor“, das Ulita Knaus über und für ihre besten Freundinnen und Sängerkolleginnen Pidi, Anna und Biggi geschrieben hat, und ihr Meereslied „The Blue And Me“. „Anfang des Jahres, als mir hier in Hamburg alles zu grau und eng wurde, bin ich für zwei Wochen nach Ägypten gefahren“, erzählt sie. „Als ich da am roten Meer am Strand saß oder auch mal mit den Fischen schnorchelte, kamen mir auf einmal lauter Texte in den Sinn.“ Wieder fügt sie einen probierenden Nachsatz an: „Rechtzeitig Urlaub zu machen, kann ich nur Jedem empfehlen.“

Wie anfangs schon erwähnt, ist dieses Album auch Ulita Knaus erste Zusammenarbeit mit Sandra Hempel. Die mittlerweile wieder in Hamburg lebende Gitarristin, die lange Zeit in New York studierte, etwa mit Kurt Rosenwinkel, bereichert nicht nur den
Gesamtklang des Ensembles. Man bemerkt ihre gitarristischen Beiträge zwar auf allen Songs, doch selten so einleuchtend wie bei „Good Morning Heartache“ oder dem „Fun Track“ „Money For Nothing“. Dabei könnten die Songs und ihre Versionen
unterschiedlicher nicht sein: Letzteres, ein Hit der Dire Straits, rockt zum Schluss als rougher 7/8tel Groove, das bittersüße, traurig faule und selten so sinnlich gesungene „Good Morning Heartache“ schließt den Bogen von alten Weisen zu neuen Weisheiten. „Natürlich ist es anders, wenn da noch eine Frau in der Band ist“, sagt Ulita Knaus. „Dabei sind es eher Kleinigkeiten, die sich positiv bemerkbar machen. Die Art, miteinander umzugehen ist anders. Und auch die Art zu musizieren. Ich kannte Sandra noch vom Studium in Holland. Obwohl wir uns da nur ein paar Mal über den Weg gelaufen sind. Eigentlich war sie auch jetzt nur für drei oder vier Stücke angedacht. Aber sie hat nicht nur lauter verschiedene Gitarren mitgebracht, sondern sich auch immer sehr eingebracht. Es hat ihr selbst auch sehr viel Spaß gebracht. Sie war ganz einfach die richtigeFrau zur rechten Zeit am richtigen Ort!“

Dass „Sea Journey“ nicht nur allen Beteiligten, sondern auch seinen Hörern Freude bereitet, steht außer Zweifel. Ebenso, dass dieses Album nicht nur Ergebnis sondern auch Ursache einer Weiterentwicklung seiner Schöpferin und Interpretin ist. „Die
unterschiedlichen Stilistiken, die mich beeinflusst haben, sind ein Bestandteil meines eigenen Stils geworden“, sagt Ulita Knaus. „Ich glaube, dass ich mit "Sea Journey" meine sängerische Persönlichkeit auf den Punkt gebracht habe“. Schon beim
Debütalbum „Cuisa“ bezeichnete „Allegra“ Ulita Knaus als „Deutschlands talentierteste Nachwuchsjazzsängerin“. Über „So lost like Peace“ hieß es: „Hamburgs edelste Jazzstimme“ (Hamburger Morgenpost), beweist mit dieser „Offenbarung“ (Für Sie), die
nicht nur „sehr verführerisch“ (Focus) sondern vor allem „wunderschön gesungen und grandios gespielt“ (Brigitte) ist, „dass Gesangstalente nicht nur in Skandinavien blühen“(KulturSPIEGEL), kurz „man möchte sie nicht mehr missen“ (FAZ). Mit ihrem
unwiderstehlichen dritten Album „Sea Journey“ zeigt Ulita Knaus erneut und mehr denn je ihre Individualität und Internationalität, ihre Kunst und ihr Können. Und illustriert, ganz nebenbei, dass Reisen bildet.


Ulita Knaus: Sea Journey (MM 801119)
Vertrieb: In-Akustik

 

Barbara Jungfer, Berlin Spirits

September 2005: Jazz CD des Monats STEREOPLAY

„Testosteron ist kein Instrument“, wie Nat Hentoff in seinem Artikel über die andauernde
Unterschätzung des Weiblichen im Jazz feststellte. Die Gitarre ist zweifellos ein Instrument, sogar ein besonders schönes und vielseitiges, wie man mal wieder feststellt, wenn sie von einer so überragenden Musikerin wie Barbara Jungfer gespielt wird. Die Mittdreißigerin aus Berlin, die seit ihrem elften Lebensjahr erst Blues, dann Funk und jetzt hauptsächlich Jazz auf ihrer Ibanez spielt, überzeugt auf ihrem neuen Album gleich in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen ist „Berlin Spirits“, eingespielt beim RBB im Quintett mit der Pianistin Anke Helfrich, dem Trompeter Sven Klammer, dem Bassisten Oliver Potratz und Drummer Sebastian Merk, ein wunderbarer Beweis für die Lebendigkeit und Kreativität der hauptstädtischen Jazzszene.

Cover: Francesca Simone Trio, Ad alta Voce

Amazon

 

Auch steht dieses Album mit seinen angenehm aufregenden Hard-Bop-, Funk- und Blues-Originals, dem time-spielerischen „Lichtkatze“ oder den wunderschönen
Balladen „Niemandsland“ und „Wolfspelz“, für eine beinahe schon Berlin-typische stilistische Offenheit. Last und wahrscheinlich auch least ist es ein guter Beweis für Herrn Hentoffs These. Und ganz bestimmt eines der interessantesten und inspiriertesten Jazzalben der neueren Zeit.

„Berlin ist mein musikalischer „roter Faden““, sagt Barbara Jungfer. „Als ich nach dem Studium in Köln wegen der besseren musikalischen Möglichkeiten hierhin zurückkam, habe ich gleich sehr viel gespielt und auch bald schon eigene Bands gegründet.“ Erst im letzten Jahr gewann die Gitarristin und Komponistin, die schon mit John Tchicai, Kenny Wheeler, Ed Schuller oder dem Balafonisten Aly Keita spielte und mit ihrem Orgeltrio „Vitamin B3“ begeisterte, den „Studio Wettbewerb“ des Berliner Senats für ihr Gertrude Stein-Projekt mit der Sängerin und Tubistin Pauline Boeykens, sowie den „Berlin Blues Award“ als Gitarristin der Band von Waldi Weiz. „Berlin Spirits“ zeigt also auch die Entwicklung einer Musikerin, die mit der Heimorgel und den Schlagern ihres Vaters aufgewachsen ist, der nach und nach Blues- und dann ein paar Pat Metheny-Alben in der Bücherei auslieh, was sie aufhorchen lies.Bald schon nahm sie Unterricht und über Pat Martino, Jim Hall und John Scofield schließlich zu ihrem ganz eigenen Sound fand. „Meine Schulfreunde haben Lionel Richie oder Speed Metal gehört“, erinnert sie sich. „Und ich habe bei meinem Lehrer Nick Katzmann Delta Blues studiert und bin abends im „Go In“ in Charlottenburg im Duo mit einem Boogie Pianisten aufgetreten.“

Bevor sich Barbara Jungfer 1992 an der Hochschule für Musik in Köln einschrieb, spielte sie unzählige Jamsessions, absolvierte Workshops, trat mit unterschiedlichen Bands (etwa „The Flintstones“) und in Ensembles wie dem John Tchicai Project/ Berlin auf und zog sogar als Straßenmusikerin durch die Bretagne. „Wir sind damals zu viert aus Berlin nach Frankreich gefahren, um Musik für eine Gruppe von
befreundeten Tanzperformern zu machen“, erzählt sie. „Abends, nach der Show, spielten wir alle auf einem Bretterwagen mit einer kleinen Bar und zogen so noch endlos lange durch die Gegend.“ Der Titel „Jazz Au Camion“ erinnert denkbar stimmungsvoll an dieses Erlebnis. Auch die anderen Stücke der neuen CD, allesamt Originalkompositionen von Barbara Jungfer, sind „autobiographisch“, wenn man so will. „Ich verfolge nur Ideen weiter, die mir auch beim zweiten und dritten Hören noch gefallen“, sagt sie. „Selbst etwas abgefahrene Sachen, wie etwa die Form in „Two Circles“, müssen für mich immer organisch klingen.“ So enthält „Berlin Spirits“ etwa mit dem „Tubi Fish “ nicht nur eine der schönsten Taj Mahal-Reminiszenen, sondern mit „F°-32:1,8 = C°“ nebenbei auch die angenehmste Möglichkeit sich die Formel für die Umrechnung von Fahrenheit in Celsius-Grade zu merken. „Ich habe im Sommer 2002 einige Zeit bei Ed Schuller und seiner Frau in New York gewohnt“, erinnert sich Barbara Jungfer. „Irgendwann, als wir mal wieder in der Mittagshitze zusammen gespielt hatten, wollten wir dringend wissen, was 90° Fahrenheit denn nun in Celsius bedeuten.“ Die Formel steht oben. Wie heiß es wirklich ist, merkt man diesem Uptempo-Funk-Feuerwerk mit der rauen Leadgitarre, irgendwo zwischen Hochhausschlucht und Südstaatensumpf, deutlich an. Auch „22:22“ fühlt sich im Grenzgebiet von Scofield und Baumwollfeld wohl.

"Die Eigenkompositionen von Barbara Jungfer können sich hören lassen und wollen unbedingt mit Vehemenz gespielt werden“ schrieb die Autorin Carina Prange einmal in einer Rezension. Auch „Jazz Podium“ lobte die „Gitarristin der unüberhörbar eigenen Art mit hochsensiblem Anschlag, ganz erstaunlich weich und elegant fließenden Single-Lines und makelloser Souveränität auch in den vertracktesten Metren“. Mit „Berlin Spirits“ wird nicht nur deutlicher denn je, was Barbara Jungfer schon immer so besonders machte. Vor allem zeigen diese neun Songs und die Art und Weise wie sie diese fabelhaft verständige Band spielt, was für eine Bereicherung Barbara Jungfer und ihre Musik darstellen. Nicht nur für den Jazz und bestimmt weit über die Grenzen der Hauptstadt hinaus.

Barabara Junfer: Berlin Spirits (MM 801118)
Vertrieb: In-Akustik

 

 

Triband, No Sleep

Veröffentlichung: 20.09.2005

Wenn drei sich freuen, streiten sich die Gelehrten. Ist es Soul oder Jazz oder Pop? Raue Sinnlichkeit oder reiner Wahnsinn? Elektronisch oder handgemacht? Alles neu, aber trotzdem gut? Inter- und national? Und ist Triband überhaupt eine Band? Ja.
Ja. Immer wieder ja. „Eigentlich ist es eine total natürliche Sache“, findet Trompeter und Keyboarder Sebastian Studnitzky, der mit Drummer Tommy Baldu und Sängerin Sandie Wollasch „Triband“ ist. „Wir lassen einfach mal die Handbremse los.

 

Aber was, fragen andere, ist die Geschichte? Könnte man zum Beispiel nicht auch nur Elvis-Songs machen? Oder vielleicht Elvis-Songs mit
deutschen Texten? Und dann geremixt? Nein. Bei uns ist es das besondere, dass es eigentlich nichts besonderes gibt. Wir
lassen die Kuh fliegen, es groovt - und sonst nix. Das hat Eier und ist Musik. Und das ist dann wohl doch wieder besonders.“

Cover: Andy Bey, American Songs

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Exakt. Schon beim ersten zaghaften Nebenbeihören entpuppt sich „No Sleep“, das Debütalbum dieser drei erfahrenen Enthusiasten, als die natürlichste Verbindung aller erdenklicher guter Musiken. Dabei sind diese offenbar unterschiedlichen
Ingredienzen weniger stilistisch, als persönlich. „Wir haben uns einfach gefunden“, strahlt Sandie Wollasch. „Es war sofort klar, dass wir musikalisch miteinander verschmelzen. Egal was einer machte, es hieß immer: „Ja, genau so!“ Das ging wie
Kätzchen machen!“ Tatsächlich kennen sich Sandie, die sagenhafte Sängerin, die schon für George Gruntz, Tab Two, Hattler oder 4 Your Soul sang, und Sebastian, Trompeter und Keyboarder für Joy Denalane, Rebekka Bakken und etliche Tausend mehr, schon seit vier oder fünf Jahren durch ihre Auftritte mit Hattler. Als Tommy, Rhythmusmacher par excellence (u.a. Laith Al Deen, Rilke Projekt, Edo Zanki, 4 Your Soul), Triband vor einem knappen Jahr komplettierte, fingen die drei sofort an zusammen Musik zu machen. „Wir haben uns im letzten Herbst bei Tommy in der Pfalz getroffen und einfach mal so ein bisschen herumprobiert“, erzählt Sebastian. „Und dann kam einfach ruck zuck „Faded“, der erste Song auf der Platte, zustande. In einer
halben Stunde. Und der stand einfach fast genau so da, wie er jetzt auf dem Album ist. Da haben wir total Blut geleckt und wussten, dass wir unbedingt weitermachen müssen.“ Gut so, denn es ging ähnlich weiter. Immer mal wieder trafen sich die drei,
oft in Wohnzimmern und Kleinststudios. Und machten, weil sie eben nicht nur genau wussten, was sie wollten, sondern auch, was nicht, unglaublich schnell und gut noch mehr noch bessere gemeinsame Musik. Schließlich trafen sie sich noch für zwei Tage in
Edo Zankis „Kangaroo Studios“ in Karlsdorf. Mit Freunden und Kollegen wie dem rappenden Joo Kraus, dem Bassisten Christian von Kaphengst (Café du Sport, Charlie Mariano u.a.), dem „Söhne Mannheims“-Keyboarder Florian Sitzmann, den Gitarristen Kosho und Joerg Dudys, dem brasilianischen Perkussionisten Dinho Alves und Edo Zanki selbst, spielten sie schnell noch ein paar Songs mit kompletter Band ein. Fertig.
Wie grandios das auf den Punkt kommt, hört man auf „No Sleep“. Da stimmt einfach alles. Die Einflüsse von Prince bis Elvis, von Tim Buckley über D’Angelo, von Miles (für das perfekte Weglassen) bis Bob Marley (für einfach machen), werden weniger
verarbeitet als musikalisch gelebt. Natürlich ist es auch die Stimme von Sandie Wollasch, diese süßlich sinnliche, sanft surrende Sirenen-Röhre, die den vielen so unterschiedlichen Songs ihren roten Faden gibt. Aber es ist auch die Lust am
spontanen Arrangement, die Liebe zur Improvisation und die Freude an treffenden, nie triefenden Melodien, die Triband eben doch besonders macht. Egal ob sie „Surrender“ oder „I Want You, I Need You, I Love You“ aus dem Repertoire des King,
nagelneue Unerhörtheiten wie diesen zwischendurch zu House mutierenden „Big Wave“-Groove oder das funktastische „Sweeter Than Honey“ oder auch Edo Zankis „Schweben“ singen und spielen. Hauptsache es macht Spaß, dann macht es schon Sinn. Hauptsache es ist Triband, dann macht es auch noch glücklich.

Triband : No Sleep
Minor Music (801120)

VÖ: 20.September 2005 Im Vertrieb der IN-AKUSTIK

 

 

 

 

 

   
   
 
 

© 1999-2005 Minor Music Records GmbH, Last change 28.08,2005