Reisen bildet. Es bildet aber auch um, also verändert,
weil es, laut Alain de Botton in Die Kunst
des Reisens, die Zeit markiert, in
der Leute ihre Gemütsverfassung ändern,
weil sich ihre Umgebung ändert". Das
trifft in vielfacher Hinsicht auch auf das neue
Album der Sängerin und Komponistin Ulita
Knaus zu. Sea Journey, zumindest teilweise
unterwegs geschrieben und ganz in einer urlaubsartigen
Woche im fattoria-musica Studio in Osnabrück
aufgenommen, nimmt den Zuhörer mit auf eine
Reise.
Oder auf einen Trip. Vielleicht aber auch auf
eine erholsame Exkursion. Entspannt gemacht und
spannend zu erleben, so gekonnt geplant, dass
sich eben deshalb ein mitreißender Hörfluss
ergibt, ist Sea Journey viel mehr
als nur das dritte, noch bessere Album einer überaus
talentierten und versierten Jazzsängerin
und Songschreiberin.
Es bündelt die Summe der Erfahrungen der
36-jährigen Wahlhamburgerin, ihre frühe
Liebe zu Latin ebenso wie ihre große Leidenschaft
für den Jazz, die Cluberfahrungen mit ihrer
eigenen Band genauso wie die Showgigs mit ihrem
Soul Ladies Trio und die Arbeit mit dem JazzHausOrchester
Hamburg.
Die Reise geht von überzeugenden Arrangements
von Chick Coreas Sea Journey, Lenny
Kravitz LetLove Rule oder Gerry Raffertys
Baker Street zu Eigenkompositionen
wie dem beswingenden Four On The Floor,
dem
bezaubernden Autumn Storms oder dem
besinnlichen Through Patience. Dazu
kommen nicht weniger inspirierte Interpretationen
ausgesuchter Standards, etwa Jule Stynes I
Fall In Love Too Easily, Al Jarreaus Fly
und auch Good Morning Heartache.
Ulita Knaus und ihre Band, diesmal mit Gästen
wie der Gitarristin Sandra Hempel, dem Perkussionisten
Marcio Doctor und vier fantastischen Hörnern,
sind an Sea Journey gewachsen. Die
verändernde Reise der letzten Jahre, die
überwältigenden
Reaktionen auf So Lost Like Peace
und die zahlreichen Auftritte, haben der Musik
hörbar gut getan. Noch wirksamer haben Ulita
Knaus und Mischa Schumann, Pianist und Arrangeur,
Gerold Donker, Bass, und Heinz Lichius, drums,
ihren eigenen Sound
kultiviert. Die eigene Stimme, die die Leaderin
schon auf den beiden Vorgängeralben eindrucksvoll
unter Beweis stellte, kommt hier noch souveräner
zur Geltung. Zum Wohl der Musik und zum Genuss
für alle, die Sea Journey erfahren.
Es geht bei diesem Album tatsächlich
meistens ums Reisen oder zumindest um eine bewegte
Suche, meint Ulita Knaus. Vielleicht
manchmal eher unbewusst, aber trotzdem ganz deutlich.
Ebenso deutlich hat dieses Album eine gewisse
Leichtigkeit
und eine positive Grundhaltung. Das letzte Album
war ja eher düster. Sie legt den Kopf
schief, und sagt etwas zögerlich, so als
würde sie die Worte noch ausprobieren: Und
am Ende wird alles gut. Tatsächlich
war der Weg zu diesem leichteren Album,
das es trotz all seiner subtilen Songkonstruktionen
und der nicht immer nur fröhlichen Texte
sicherlich ist, nicht ganz so leicht. Nicht nur,
weil der Erfolg des vorhergehenden Albums auch
neue Arbeit und Aufmerksamkeit mit sich brachte.
Und obwohl auch weitere Musikprojekte beanspruchend
sind, waren auch sie nicht der alleinige Grund,
warum die Anfänge von Sea Journey
eher beschwerlich waren. Da war dieser Druck,
dass ich jetzt neue Stücke für mein
Album schreiben muss. Und auf einmal ging nichts
mehr, erinnert sich Ulita Knaus. Ich
habe unheimlich viele Stücke verworfen, einfach
mittendrin
abgebrochen und weggeschmissen. Weil ich einfach
nichts mehr gefühlt habe. Irgendwann habe
ich mich selbst von der Idee gelöst, dass
ich nur eigene Stücke machen darf. Als ich
dann auf Sea Journey und Let
Love Rule kam, die ich ja schon
lange kannte und mochte, habe ich mich auf einmal
so wohl gefühlt, war so entspannt, dass dann
auch wieder eigene Stücke kamen. Nicht
zuletzt war es auch ihre Band, die ihr den Rücken
gestärkt hat. Allen voran ihr kongenial zuarbeitender
Pianist
und Arrangeur Mischa Schumann. Mischa war
total cool, sagt sie. Wann immer ich
meinte: Kannst Du Dir das vorstellen?,
etwa ein sehr langsames Baker Street
oder Let Love Rule als Hippie-Jazz-Hymne,
meinte er: Klar, kriegen wir hin.
Eine
Woche später hatte ich eine Nachricht von
ihm auf dem Anrufbeantworter, nur ein kurzes Hör
mal und ein paar Pianoakkorde. Mischa fand
einfach immer genau die richtigen Arrangements.
Nicht nur für die findigen Versionen und
die fabelhaften
Arrangements der Popklassiker Baker Street,
von Ulita eher zufällig im Radio wieder entdeckt,
oder des programmatischen Let Love Rule
ihres liebsten Rockstars Lenny Kravitz. Auch und
besonders bei den immerhin sechs Originals, also
- von wegen
Schreibblockade! - fast der Hälfte des Albums,
wird Schumanns Handschrift deutlich. Alle originalen
Texte und, bis auf die der drei Kollaborationen
mit dem Pianisten, auch alle neuen Melodien stammen
natürlich von Ulita Knaus. Ich hatte
mir vorgenommen, diesmal nichts zu Persönliches
zu schreiben, erzählt sie. Das
letzte Album war ja schon eine sehr individuelle
und teilweise eben auch sehr düstere Angelegenheit.
Die neuen Songs sind deshalb natürlich nicht
immer nur voll Glück und Zufriedenheit. Down
Here und To Sit Alone sind sicherlich
nachdenklich, Autumn Storms, das ich
direkt nach der Tsunami-Katastrophe geschrieben
habe, ist vielleicht sogar resigniert. Aber obwohl
auch diesmal alle Songs von eigenen Geschichten
inspiriert sind, repräsentieren sie nicht
unbedingt nur meine eigenen Gefühle und Erlebnisse.
Komplett autobiographisch sind
allerdings das ansteckend swingende Four
On The Floor, das Ulita Knaus über
und für ihre besten Freundinnen und Sängerkolleginnen
Pidi, Anna und Biggi geschrieben hat, und ihr
Meereslied The Blue And Me. Anfang
des Jahres, als mir hier in Hamburg alles zu grau
und eng wurde, bin ich für zwei Wochen nach
Ägypten gefahren, erzählt sie.
Als ich da am roten Meer am Strand saß
oder auch mal mit den Fischen schnorchelte, kamen
mir auf einmal lauter Texte in den Sinn.
Wieder fügt sie einen probierenden Nachsatz
an: Rechtzeitig Urlaub zu machen, kann ich
nur Jedem empfehlen.
Wie anfangs schon erwähnt, ist dieses Album
auch Ulita Knaus erste Zusammenarbeit mit Sandra
Hempel. Die mittlerweile wieder in Hamburg lebende
Gitarristin, die lange Zeit in New York studierte,
etwa mit Kurt Rosenwinkel, bereichert nicht nur
den
Gesamtklang des Ensembles. Man bemerkt ihre gitarristischen
Beiträge zwar auf allen Songs, doch selten
so einleuchtend wie bei Good Morning Heartache
oder dem Fun Track Money For
Nothing. Dabei könnten die Songs und
ihre Versionen
unterschiedlicher nicht sein: Letzteres, ein Hit
der Dire Straits, rockt zum Schluss als rougher
7/8tel Groove, das bittersüße, traurig
faule und selten so sinnlich gesungene Good
Morning Heartache schließt den Bogen
von alten Weisen zu neuen Weisheiten. Natürlich
ist es anders, wenn da noch eine Frau in der Band
ist, sagt Ulita Knaus. Dabei sind
es eher Kleinigkeiten, die sich positiv bemerkbar
machen. Die Art, miteinander umzugehen ist anders.
Und auch die Art zu musizieren. Ich kannte Sandra
noch vom Studium in Holland. Obwohl wir uns da
nur ein paar Mal über den Weg gelaufen sind.
Eigentlich war sie auch jetzt nur für drei
oder vier Stücke angedacht. Aber sie hat
nicht nur lauter verschiedene Gitarren mitgebracht,
sondern sich auch immer sehr eingebracht. Es hat
ihr selbst auch sehr viel Spaß gebracht.
Sie war ganz einfach die richtigeFrau zur rechten
Zeit am richtigen Ort!
Dass Sea Journey nicht nur allen
Beteiligten, sondern auch seinen Hörern Freude
bereitet, steht außer Zweifel. Ebenso, dass
dieses Album nicht nur Ergebnis sondern auch Ursache
einer Weiterentwicklung seiner Schöpferin
und Interpretin ist. Die
unterschiedlichen Stilistiken, die mich beeinflusst
haben, sind ein Bestandteil meines eigenen Stils
geworden, sagt Ulita Knaus. Ich glaube,
dass ich mit "Sea Journey" meine sängerische
Persönlichkeit auf den Punkt gebracht habe.
Schon beim
Debütalbum Cuisa bezeichnete
Allegra Ulita Knaus als Deutschlands
talentierteste Nachwuchsjazzsängerin.
Über So lost like Peace hieß
es: Hamburgs edelste Jazzstimme (Hamburger
Morgenpost), beweist mit dieser Offenbarung
(Für Sie), die
nicht nur sehr verführerisch
(Focus) sondern vor allem wunderschön
gesungen und grandios gespielt (Brigitte)
ist, dass Gesangstalente nicht nur in Skandinavien
blühen(KulturSPIEGEL), kurz man
möchte sie nicht mehr missen (FAZ).
Mit ihrem
unwiderstehlichen dritten Album Sea Journey
zeigt Ulita Knaus erneut und mehr denn je ihre
Individualität und Internationalität,
ihre Kunst und ihr Können. Und illustriert,
ganz nebenbei, dass Reisen bildet.
Testosteron ist kein Instrument,
wie Nat Hentoff in seinem Artikel über die
andauernde
Unterschätzung des Weiblichen im Jazz feststellte.
Die Gitarre ist zweifellos ein Instrument, sogar
ein besonders schönes und vielseitiges, wie
man mal wieder feststellt, wenn sie von einer
so überragenden Musikerin wie Barbara Jungfer
gespielt wird. Die Mittdreißigerin aus Berlin,
die seit ihrem elften Lebensjahr erst Blues, dann
Funk und jetzt hauptsächlich Jazz auf ihrer
Ibanez spielt, überzeugt auf ihrem neuen
Album gleich in mehrfacher Hinsicht.
Zum einen ist Berlin Spirits, eingespielt
beim RBB im Quintett mit der Pianistin Anke Helfrich,
dem Trompeter Sven Klammer, dem Bassisten Oliver
Potratz und Drummer Sebastian Merk, ein wunderbarer
Beweis für die Lebendigkeit und Kreativität
der hauptstädtischen Jazzszene.
Auch steht dieses Album mit seinen angenehm
aufregenden Hard-Bop-, Funk- und Blues-Originals,
dem time-spielerischen Lichtkatze
oder den wunderschönen
Balladen Niemandsland und Wolfspelz,
für eine beinahe schon Berlin-typische stilistische
Offenheit. Last und wahrscheinlich auch least
ist es ein guter Beweis für Herrn Hentoffs
These. Und ganz bestimmt eines der interessantesten
und inspiriertesten Jazzalben der neueren Zeit.
Berlin ist mein musikalischer roter
Faden, sagt Barbara Jungfer. Als
ich nach dem Studium in Köln wegen der besseren
musikalischen Möglichkeiten hierhin zurückkam,
habe ich gleich sehr viel gespielt und auch bald
schon eigene Bands gegründet. Erst
im letzten Jahr gewann die Gitarristin und Komponistin,
die schon mit John Tchicai, Kenny Wheeler, Ed
Schuller oder dem Balafonisten Aly Keita spielte
und mit ihrem Orgeltrio Vitamin B3
begeisterte, den Studio Wettbewerb
des Berliner Senats für ihr Gertrude Stein-Projekt
mit der Sängerin und Tubistin Pauline Boeykens,
sowie den Berlin Blues Award als Gitarristin
der Band von Waldi Weiz. Berlin Spirits
zeigt also auch die Entwicklung einer Musikerin,
die mit der Heimorgel und den Schlagern ihres
Vaters aufgewachsen ist, der nach und nach Blues-
und dann ein paar Pat Metheny-Alben in der Bücherei
auslieh, was sie aufhorchen lies.Bald schon nahm
sie Unterricht und über Pat Martino, Jim
Hall und John Scofield schließlich zu ihrem
ganz eigenen Sound fand. Meine Schulfreunde
haben Lionel Richie oder Speed Metal gehört,
erinnert sie sich. Und ich habe bei meinem
Lehrer Nick Katzmann Delta Blues studiert und
bin abends im Go In in Charlottenburg
im Duo mit einem Boogie Pianisten aufgetreten.
Bevor sich Barbara Jungfer 1992 an der Hochschule
für Musik in Köln einschrieb, spielte
sie unzählige Jamsessions, absolvierte Workshops,
trat mit unterschiedlichen Bands (etwa The
Flintstones) und in Ensembles wie dem John
Tchicai Project/ Berlin auf und zog sogar als
Straßenmusikerin durch die Bretagne. Wir
sind damals zu viert aus Berlin nach Frankreich
gefahren, um Musik für eine Gruppe von
befreundeten Tanzperformern zu machen, erzählt
sie. Abends, nach der Show, spielten wir
alle auf einem Bretterwagen mit einer kleinen
Bar und zogen so noch endlos lange durch die Gegend.
Der Titel Jazz Au Camion erinnert
denkbar stimmungsvoll an dieses Erlebnis. Auch
die anderen Stücke der neuen CD, allesamt
Originalkompositionen von Barbara Jungfer, sind
autobiographisch, wenn man so will.
Ich verfolge nur Ideen weiter, die mir auch
beim zweiten und dritten Hören noch gefallen,
sagt sie. Selbst etwas abgefahrene Sachen,
wie etwa die Form in Two Circles,
müssen für mich immer organisch klingen.
So enthält Berlin Spirits etwa
mit dem Tubi Fish nicht nur eine
der schönsten Taj Mahal-Reminiszenen, sondern
mit F°-32:1,8 = C° nebenbei
auch die angenehmste Möglichkeit sich die
Formel für die Umrechnung von Fahrenheit
in Celsius-Grade zu merken. Ich habe im
Sommer 2002 einige Zeit bei Ed Schuller und seiner
Frau in New York gewohnt, erinnert sich
Barbara Jungfer. Irgendwann, als wir mal
wieder in der Mittagshitze zusammen gespielt hatten,
wollten wir dringend wissen, was 90° Fahrenheit
denn nun in Celsius bedeuten. Die Formel
steht oben. Wie heiß es wirklich ist, merkt
man diesem Uptempo-Funk-Feuerwerk mit der rauen
Leadgitarre, irgendwo zwischen Hochhausschlucht
und Südstaatensumpf, deutlich an. Auch 22:22
fühlt sich im Grenzgebiet von Scofield und
Baumwollfeld wohl.
"Die Eigenkompositionen von Barbara Jungfer
können sich hören lassen und wollen
unbedingt mit Vehemenz gespielt werden schrieb
die Autorin Carina Prange einmal in einer Rezension.
Auch Jazz Podium lobte die Gitarristin
der unüberhörbar eigenen Art mit hochsensiblem
Anschlag, ganz erstaunlich weich und elegant fließenden
Single-Lines und makelloser Souveränität
auch in den vertracktesten Metren. Mit Berlin
Spirits wird nicht nur deutlicher denn je,
was Barbara Jungfer schon immer so besonders machte.
Vor allem zeigen diese neun Songs und die Art
und Weise wie sie diese fabelhaft verständige
Band spielt, was für eine Bereicherung Barbara
Jungfer und ihre Musik darstellen. Nicht nur für
den Jazz und bestimmt weit über die Grenzen
der Hauptstadt hinaus.
Barabara Junfer: Berlin Spirits (MM 801118)
Vertrieb: In-Akustik
Triband,
No Sleep
Veröffentlichung: 20.09.2005
Wenn drei sich freuen, streiten sich die Gelehrten.
Ist es Soul oder Jazz oder Pop? Raue Sinnlichkeit
oder reiner Wahnsinn? Elektronisch oder handgemacht?
Alles neu, aber trotzdem gut? Inter- und national?
Und ist Triband überhaupt eine Band? Ja.
Ja. Immer wieder ja. Eigentlich ist es eine
total natürliche Sache, findet Trompeter
und Keyboarder Sebastian Studnitzky, der mit Drummer
Tommy Baldu und Sängerin Sandie Wollasch
Triband ist. Wir lassen einfach
mal die Handbremse los.
Aber was, fragen andere, ist die Geschichte?
Könnte man zum Beispiel nicht auch nur Elvis-Songs
machen? Oder vielleicht Elvis-Songs mit
deutschen Texten? Und dann geremixt? Nein. Bei
uns ist es das besondere, dass es eigentlich nichts
besonderes gibt. Wir
lassen die Kuh fliegen, es groovt - und sonst
nix. Das hat Eier und ist Musik. Und das ist dann
wohl doch wieder besonders.
Exakt. Schon beim ersten zaghaften Nebenbeihören
entpuppt sich No Sleep, das Debütalbum
dieser drei erfahrenen Enthusiasten, als die natürlichste
Verbindung aller erdenklicher guter Musiken. Dabei
sind diese offenbar unterschiedlichen
Ingredienzen weniger stilistisch, als persönlich.
Wir haben uns einfach gefunden, strahlt
Sandie Wollasch. Es war sofort klar, dass
wir musikalisch miteinander verschmelzen. Egal
was einer machte, es hieß immer: Ja,
genau so! Das ging wie
Kätzchen machen! Tatsächlich kennen
sich Sandie, die sagenhafte Sängerin, die
schon für George Gruntz, Tab Two, Hattler
oder 4 Your Soul sang, und Sebastian, Trompeter
und Keyboarder für Joy Denalane, Rebekka
Bakken und etliche Tausend mehr, schon seit vier
oder fünf Jahren durch ihre Auftritte mit
Hattler. Als Tommy, Rhythmusmacher par excellence
(u.a. Laith Al Deen, Rilke Projekt, Edo Zanki,
4 Your Soul), Triband vor einem knappen Jahr komplettierte,
fingen die drei sofort an zusammen Musik zu machen.
Wir haben uns im letzten Herbst bei Tommy
in der Pfalz getroffen und einfach mal so ein
bisschen herumprobiert, erzählt Sebastian.
Und dann kam einfach ruck zuck Faded,
der erste Song auf der Platte, zustande. In einer
halben Stunde. Und der stand einfach fast genau
so da, wie er jetzt auf dem Album ist. Da haben
wir total Blut geleckt und wussten, dass wir unbedingt
weitermachen müssen. Gut so, denn es
ging ähnlich weiter. Immer mal wieder trafen
sich die drei,
oft in Wohnzimmern und Kleinststudios. Und machten,
weil sie eben nicht nur genau wussten, was sie
wollten, sondern auch, was nicht, unglaublich
schnell und gut noch mehr noch bessere gemeinsame
Musik. Schließlich trafen sie sich noch
für zwei Tage in
Edo Zankis Kangaroo Studios in Karlsdorf.
Mit Freunden und Kollegen wie dem rappenden Joo
Kraus, dem Bassisten Christian von Kaphengst (Café
du Sport, Charlie Mariano u.a.), dem Söhne
Mannheims-Keyboarder Florian Sitzmann, den
Gitarristen Kosho und Joerg Dudys, dem brasilianischen
Perkussionisten Dinho Alves und Edo Zanki selbst,
spielten sie schnell noch ein paar Songs mit kompletter
Band ein. Fertig.
Wie grandios das auf den Punkt kommt, hört
man auf No Sleep. Da stimmt einfach
alles. Die Einflüsse von Prince bis Elvis,
von Tim Buckley über DAngelo, von Miles
(für das perfekte Weglassen) bis Bob Marley
(für einfach machen), werden weniger
verarbeitet als musikalisch gelebt. Natürlich
ist es auch die Stimme von Sandie Wollasch, diese
süßlich sinnliche, sanft surrende Sirenen-Röhre,
die den vielen so unterschiedlichen Songs ihren
roten Faden gibt. Aber es ist auch die Lust am
spontanen Arrangement, die Liebe zur Improvisation
und die Freude an treffenden, nie triefenden Melodien,
die Triband eben doch besonders macht. Egal ob
sie Surrender oder I Want You,
I Need You, I Love You aus dem Repertoire
des King,
nagelneue Unerhörtheiten wie diesen zwischendurch
zu House mutierenden Big Wave-Groove
oder das funktastische Sweeter Than Honey
oder auch Edo Zankis Schweben singen
und spielen. Hauptsache es macht Spaß, dann
macht es schon Sinn. Hauptsache es ist Triband,
dann macht es auch noch glücklich.